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Häufige Fragen zur Operation bei Geschlechtsdysphorie

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Allgemeine Fragen zur Operation bei Geschlechtsdysphorie

Müssen bestimmte Voraussetzungen für eine Operation bei Geschlechtsdysphorie gegeben sein?

Die Voraussetzungen ergeben sich aus der S3-Leitlinie für Geschlechtsdysphorie bzw. der Richtlinie des MDS (Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V.) zur Sicherung einer einheitlichen Begutachtung (s. oben). Ein mit der Thematik erfahrener Arzt (Psychiater/psychologischer Psychotherapeut) muss die Indikation zur Durchführung einer körpermodifizierenden Operation gestellt haben (sog. Indikationsschreiben), des Weiteren benötigt man eine Erklärung der Kostenübernahme für die geplante operative Behandlung von der jeweiligen Krankenkasse. Die Kostenübernahmeerklärung für operative Eingriffe erhalten Sie nach Einreichen des Indikationsschreibens und des Schreibens des Operateurs bei Ihrer Krankenkasse.

Werden in der Urologischen Klinik München-Planegg die Kosten für Operationen bei Geschlechtsdysphorie von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen?

Die Kosten für körpermodifizierende Operationen in unserer Klinik werden von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen, da wir mit diesen eine Vereinbarung getroffen haben.

Besteht weiterhin die Fähigkeit zum Orgasmus?

In der Regel ändert sich die Art des sexuellen Empfindens. Grundsätzlich kann nicht festgestellt werden, ob es sich zum Guten oder Schlechten verändert. Allein der Charakter des Gefühls verändert sich laut der Behandelten. Wichtig zu wissen ist, dass die sexuelle Lust und die Fähigkeit zum Orgasmus aus vielen unterschiedlichen Komponenten bestehen. So wirken sowohl körperliche, als auch seelische und geistige Wahrnehmungen zusammen und werden von jedem ganz individuell empfunden. Die Nachuntersuchungen unserer Patienten/-innen haben ergeben, dass die Orgasmusfähigkeit meistens erhalten bleibt.

Für wie lange ist man nach der Operation krankgeschrieben?

Die Länge der Krankschreibung ist von Person zu Person verschieden, da sie stark vom individuellen Heilungsprozess abhängig ist. Für eine grobe Orientierung dient ungefähr die doppelte Zeit des stationären Aufenthalts im Krankenhaus. Nach Entlassung aus der stationären Behandlung ist der weiterbehandelnde Arzt für die Krankschreibung zuständig. Nach Hysterektomie beträgt die Krankschreibung ca. 4 Wochen.

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Was beinhaltet die Nachbehandlung nach Mastektomie?

Zur Minimierung des Risikos für Nachblutungen wird von uns direkt nach dem maskulinisierenden Brusteingriff ein elastischer Brustgurt angelegt. Im Verlauf sollte eine Kompressionsbandage zur Unterstützung der Schwellungsrückbildung und Hautschrumpfung für bis zu drei Monate getragen werden. Insbesondere bei Flüssigkeitsansammlungen, Schwellungen bzw. Weichgewebeüberschüssen ist auf konsequentes Tragen der Bandage zu achten.

Bereiten Haare am Unterarm ein Problem?

Bei der Radialislappenplastik wird aus der Haut an der Innenseite des Unterarms die Harnröhre geformt. Übermäßige Behaarung in diesem Gebiet kann Komplikationen bei der späteren Harnröhre hervorrufen (z.B. Steinbildung). Die Innenseite des Unterarms kann bzw. sollte vor dem Penoidaufbau permanent enthaart werden. Eine Kostenübernahmezusage dafür kann im Vorlauf von der Krankenkasse durch Vorlage unseres Sprechstundeberichts eingeholt werden.

Wo werden die Narben nach Penoidaufbau sichtbar bleiben?

Narben verbleiben an der Entnahmestelle des Lappens für das Penoid und an der Stelle, an der das Hauttransplantat zur Deckung der Lappen-Entnahmestelle entnommen wird (in der Regel Unterbauch oder Leiste(n)). Narben entstehen auch an der „unteren“ Seite des Penoids.

Können dauerhafte Einschränkungen an der Entnahmestelle des Transplantats am Unterarm oder an der jeweiligen Hand entstehen?

Bisher gab es in unseren Nachuntersuchungen nach Abheilung des Unterarms keine wesentlichen Einschränkungen. Prinzipiell können aber unter anderem Bewegungs- und Gefühlsstörungen, Kraftminderung sowie gesteigertes Kälteempfinden resultieren. Um das Risiko insbesondere für Bewegungsstörungen zu minimieren, sind zur Nachbehandlung Eigenübungen und Krankengymnastik nötig. Zur Reduktion der Narbenbildung am Unterarm wird eine Kompressionsbandage (meist mit Silikonfolieneinlage) rezeptiert.

Welche Zeitspanne muss zwischen den einzelnen geschlechtsangleichenden Operationen vergehen?

Aus ärztlicher Sicht sollte zwischen den einzelnen Operationen ein Zeitraum von einigen Monaten liegen. Nur so kann das Gewebe vollkommen abheilen und zur Ruhe kommen.

Ist das Wasserlassen über ein Klitpen bzw. Penoid möglich?

Ja. Bei beiden Varianten, Klitorispenoid und Penoidaufbau, wird eine Harnröhrenkonstruktion durchgeführt. Somit ist das Wasserlassen im Stehen in der Regel ohne Probleme zu bewerkstelligen. Allein schon aufgrund der verlängerten Harnröhre kann es direkt nach dem Wasserlassen zum „normalen“ Nachträufeln kommen.

Wie verändert sich die Klitoris?

Da die Klitoris eine bedeutsame erogene Zone ist, werden wichtige Teile komplett erhalten. In einer Variante der operativen Platzierung der Klitoris wird diese an der seitlichen Basis des Penoids eingefügt und ist dann von außen manuell erreichbar und sichtbar. Meist wird sie aber in den zentralen Ansatz des Penoids in die Hinterwand der Harnröhre eingefügt und ist von außen nicht sichtbar. Zur Einpassung ist es notwendig einen randständigen Teil der oberflächlichen Hautschicht abzutragen.

Hat man später Gefühl am Penoid?

Beim Aufbau des Penoids verbindet der plastische Chirurg Nerven der Lappensplastik mit bereits vorhandenen Nerven im Operationsgebiet. Meist erfolgt der Anschluss an einen sensiblen Leistennerv und andererseits an einen Klitorisnerv. Meist entwickelt sich Gefühl im Penoid im Laufe mehrerer Monate – teils auch erogenes Gefühl. Die erogene Zone der Klitoris selbst bleibt ohnehin erhalten.

Kann es bei den Operationen zu Komplikationen kommen?

siehe Seite
Mögliche Risiken der OP bei Geschlechtsdysphorie FzM (trans Mann)  »

Welche Methode wird zur Penoidbildung angewendet?

Es gibt zwei sehr verbreitete Möglichkeiten mit denen ein Penoid gebildet werden kann:
Zum einen aus dem Radialislappen, ein Hautlappen aus der Innenseite des Unterarms mit zeitgleicher Bildung der Harnröhre. Das Gewebe wird durch Blutgefäße versorgt, die unter dem OP-Mikroskop an ortsständige Blutgefäße angeschlossen werden.
Die andere Alternative ist der sogenannte ALT-Lappen (engl. „anterolateral thigh flap“) aus der vorderen seitlichen Oberschenkelhaut. Eine Harnröhrenbildung kann hier prinzipiell entweder vorher in einer sogenannten „Präformierung“ oder später in einer oder mehreren Folgeoperationen erfolgen.
Andere Techniken der Penoidbildung sind im Vergleich dazu weniger geeignet, so dass sie speziellen Indikationen vorbehalten bleiben. Nur selten kommen gestielte Leisten- oder Unterbauchlappen zum Einsatz. Prinzipiell bieten wir ein großes Spektrum verschiedener Lappenplastiken an. Eine individuelle Empfehlung der jeweiligen Technik geben wir in Abhängigkeit von körperlichen Bedingungen und Zielvorstellungen.

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Welche Methode wird zur Bildung der Neovagina verwendet?

Bei der sogenannten Invaginationsmethode entsteht die Neovagina zwischen Darm und Blase durch Umstülpen der Penisschafthaut. Zusätzlich wird in der Regel ein Transplantat aus der Haut des Hodensackes gebildet und eingesetzt. Mit Hilfe dieser Technik erhält die Patientin eine möglichst tiefe und weite Neovagina, wodurch vermehrte Spannung sowohl auf die Neovagina, als auch auf Harnröhre, Klitoris und Schamhügel vermieden wird.

Wie viele Operationen sind im Ganzen erforderlich?

In den meisten Fällen finden zwei Operationen statt. Zunächst werden Schwellkörper und Hoden entfernt, die Neovagina gebildet, die Harnröhre verkürzt und aus der Eichel eine Neoklitoris angefertigt. Der bulbäre Harnröhrenanteil, der viele Drüsen enthält, bleibt erhalten und wird nach Eröffnung bis zur Neoklitoris gebracht, um eine spätere spontane Befeuchtung über diese Harnröhrendrüsen zu ermöglichen. Ferner verbleibt ein ca. 2 cm breiter Teil des inneren Vorhautblattes bzw. der Umgebung der Eichel gestielt an der Eichel bzw. der späteren Neoklitoris, um daraus die Innenflächen der kleinen Schamlippen zu bilden (sog. Chonburi-Flap). In der zweiten Operation werden die Schamlippen feinmodelliert, der Scheideneingang vergrößert und ggf. der Schamhügel aufgebaut.

Wie lange befindet man sich nach der OP bei Geschlechtsdysphorie MzF (trans Frau) im Krankenhaus?

Für die erste Operation bleiben Sie ungefähr zehn Tage im Krankenhaus und bei der zweiten Operation nur drei bis fünf Tage.

Welche Zeit sollte zwischen den Operationen vergehen?

Aufgrund der Wund- und Narbenheilung sollten mindestens drei bis sechs Monate zwischen den Eingriffen liegen.

Nach welcher Methode erfolgt die Bildung der Klitoris?

Die etwas verkleinerte Eichel wird als Neoklitoris oberhalb der neu geschaffenen Vaginalöffnung platziert. Dabei wird diese an ihrem Gefäß-Nerven-Bündel erhalten, was prinzipiell für eine erhaltene Orgasmusfähigkeit sorgt. Teile der Vorhaut werden zur Bildung der inneren, haarfreien Schamlippen, die die Neoklitoris umhüllen, verwendet.

Wird ein Stent platziert?

Bei der Neovaginabildung wird ein sog. Stent, ein beschichteter Platzhalter aus Schaumstoff, eingesetzt. Schon wenige Tage nach der Operation wird dieser wieder entnommen. Die Neovagina sollte nachfolgend regelmäßig gespült und teilweise mit bestimmten Salben gepflegt werden.

Kann es bei den Operationen zu Komplikationen kommen?

siehe Seite
Mögliche Risiken der OP bei Geschlechtsdysphorie MzF (trans Frau)  »

Ab welchem Zeitpunkt kann mit der Dehnung der Neovagina begonnen werden?

Bereits nach ungefähr zwei Wochen nach der ersten Operation wird die Neovagina mit medizinischen Dilatatoren, ähnlich Dildos und Vibratoren, allmählich gedehnt bzw. vor narbiger Schrumpfung geschützt.

Wie häufig sollte ich die Neovagina dehnen?

Wir empfehlen:
Woche 2-6:3 mal täglich
Woche 7-9:2 mal täglich
Woche 10-12:1 mal täglich
Ab Woche 13: Dilatation oder Geschlechtsverkehr ein bis zweimal die Woche für den Rest des Lebens.

Wie sieht ein medizinischer Dilatator aus?

Ein Dilatator hat eine kerzenähnliche Form und ist in verschiedenen Größen vorhanden. Man sollte stets den größtmöglichen aber noch angenehm einführbaren Dilatator verwenden. Sie können jede Art von medizinischen Dilatatoren, Dildos oder Vibratoren benutzen, solange sie angenehm in die Neovagina einführbar sind, keine Schmerzen verursachen und das Gewebe nicht verletzen.

Sollten Haare im Genitalbereich vor der Operation dauerhaft entfernt werden?

Die für die Bildung der Neovagina vornehmlich verwendete Penisschafthaut ist ohnehin haarfrei. Zusätzlich wird meist ein Transplantat der Haut des Skrotums (Hodensack) verwendet, das aber intraoperativ chirurgisch ausgedünnt und dadurch ebenfalls haarfrei gemacht wird.

Muss ich meine Neovagina duschen?

Eine Woche nach der Operation empfehlen wir die Neovagina jeden zweiten Tag für mindestens drei Wochen durchzuspülen. Anschließend sind nur noch ein bis zwei Mal die Woche nötig, um die Neovagina frisch und frei von Bakterien zu halten.