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Häufige Fragen zur geschlechtsangleichende Operation

Frau-zu-Mann Fragen

Mann-zu-Frau Fragen

Allgemeine Fragen zur geschlechtsangleichende Operation

Müssen bestimmte Voraussetzungen für eine geschlechtsangleichende Operation gegeben sein?

Mindestens sechs Monate lang soll eine gegengeschlechtliche Hormontherapie erfolgt sein. Für 1,5 Jahre sollte der transsexuelle Patient psychotherapeutisch betreut und eine Eignung für den Alltag bestätigt worden sein. Zudem müssen uns zwei voneinander unabhängige fachpsychiatrische/psychologische Gutachten zur Diagnose Transsexualität vorliegen. Ein mit der Thematik erfahrener Arzt (Psychiater/Psychotherapeut) muss die Indikation zur Durchführung einer geschlechtsangleichenden Operation gestellt haben, des Weiteren benötigen wir eine Erklärung zur Kostenübernahme der geplanten Operationen von der jeweiligen Krankenkasse.

Werden in der Urologischen Klinik München-Planegg die Kosten für geschlechtsangleichende Operationen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen?

Die Kosten für geschlechtsangleichende Operationen werden in unserer Klinik von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen, da wir mit diesen eine Vereinbarung getroffen haben.

Besteht weiterhin die Fähigkeit zum Orgasmus?

In der Regel ändert sich die Art des sexuellen Empfindens. Grundsätzlich kann nicht festgestellt werden, ob es sich zum Guten oder Schlechten verändert. Allein der Charakter des Gefühls verändert sich laut der Patienten. Wichtig zu wissen ist, dass die sexuelle Lust und die Fähigkeit zum Orgasmus aus vielen unterschiedlichen Komponenten bestehen. So wirken sowohl körperliche, als auch seelische und geistige Wahrnehmungen zusammen und werden von jedem ganz individuell empfunden. Die Nachuntersuchungen unserer Patienten/-innen haben ergeben, dass die Orgasmusfähigkeit meistens erhalten bleibt.

Für wie lange ist man nach der Operation krankgeschrieben?

Die Länge der Krankschreibung ist von Person zu Person verschieden, da sie stark vom individuellen Heilungsprozess abhängig ist. Für eine grobe Orientierung dient ungefähr die doppelte Zeit des stationären Aufenthalts im Krankenhaus. Nach Entlassung aus der stationären Behandlung ist der weiterbehandelnde Arzt für die Krankschreibung zuständig.

Speziell Frau-zu-Mann FAQs

Bereiten Haare am Unterarm ein Problem?

Aus der ulnaren/inneren Seite des Unterarms wird die Harnröhre geformt. Übermäßige Behaarung in diesem Gebiet kann Komplikationen bei der späteren Harnröhre hervorrufen. Falls dies auf Sie zutrifft, raten wir, die ulnare Innenseite des Unterarms vor dem Penoidaufbau enthaaren zu lassen.

Werden die Narben sichtbar bleiben?

Narben verbleiben an der Entnahmestelle des Lappens für das Penoid, ferner an der Stelle, an der das Hauttransplantat zur Deckung (Unterbauch oder Oberschenkelbeuge) entnommen wird und an der unteren Seite des Penoids bleiben sichtbare Narben.

Können dauerhafte Einschränkungen an der Entnahmestelle des Transplantats am Unterarm oder an der jeweiligen Hand entstehen?

Bisher gab es nach Abheilung des Unterarms keine wesentlichen Einschränkungen bezüglich der Sensibilität, der Bewegung und der Kraft.

Welche Zeitspanne muss zwischen den einzelnen geschlechtsangleichenden Operationen vergehen?

Aus ärztlicher Sicht sollte zwischen den einzelnen Operationen ein Zeitraum von einigen Monaten liegen. Nur so kann das Gewebe vollkommen und dauerhaft abheilen.

Ist das Wasserlassen über ein Klitpen bzw. Penoid möglich?

Ja. Bei beiden Varianten, Klitorispenoid oder Penoidaufbau, wird eine Harnröhrenrekonstruktion durchgeführt. Somit ist das Wasserlassen im Stehen in der Regel ohne Probleme zu bewerkstelligen.

Wie verändert sich die Klitoris?

Da die Klitoris eine bedeutsame erogene Zone ist, wird sie komplett erhalten. In einer Variante wird die Klitoris an der Basis des Penoids von außen erreichbar. Auf Wunsch kann sie auch in den Ansatz des Penoids hinter der Harnröhre eingefügt werden. Dabei ist es notwendig, die oberflächliche Hautschicht abzutragen, was zu einer Änderung des Gefühls führt.

Hat man Gefühl am Penoid?

Beim Aufbau des Penoids verbindet der Chirurg Nerven des Transplantats mit bereits vorhandenen Nerven im Operationsgebiet, zum einen mit einem Leistennerven zum anderen einem Klitorisnerven, so dass die große Chance entsteht, dass im Laufe mehrerer Monate im Penoid Gefühl – teils auch erogenes – entsteht.

Kann es bei den Operationen zu Komplikationen kommen?

Bei jeder Operation kann es grundsätzlich zu verstärkter Blutung, Wundheilungsstörung, Infektion und zur Bildung von Blutgerinnseln kommen. Zu den spezifischen Risiken der geschlechtsangleichenden Operationen gehören:

  • Komplikationen an der rekonstruierten Harnröhre wie zum Beispiel die Bildung von Fisteln, d.h. Löchern in der Harnröhre, Harnröhrenaussackungen oder eine Harnröhrenverengung. Es kann sein, dass beim Auftreten einer dieser Komplikationen eine weitere Operation notwendig wird.
  • Probleme mit den Implantaten, wie Verschiebungen, mechanische Probleme oder chronische Schmerzen, Infektionen. Manchmal erfordert dies den Austausch oder die Entfernung eines Implantats.
  • Äußerst selten kann es zum Absterben des Penoids kommen. Manchmal treten im Bereich der Hauttransplantate Wundheilungsstörungen auf und es können Bereiche absterben, die weiterer Behandlung bedürfen.

Welche Methode wird zur Penoidbildung angewendet?

Es gibt zwei Möglichkeiten, nach denen ein Penoid gebildet werden kann: Zum einen aus dem Radialis-Lappen, ein Hautlappen aus der Innenseite des Unterarms mit zeitgleicher Rekonstruktion der Harnröhre durch das Penoid mit Anastomosierung von 2 Nerven. Zum anderen aus dem ALT-Lappen („anterolateral thigh flap“) aus dem vorderen seitlichen Oberschenkel. Eine Harnröhrenbildung kann entweder vorher in einer sogenannten Präformierung oder später in einer oder mehreren Folgeoperationen erfolgen. Nur selten kommen gestielte Leisten- oder Unterbauchlappen zum Einsatz.

Mann-zu-Frau FAQs

Welche Methode wird zur Bildung der Neovagina verwendet?

Bei der sogenannten Invaginationsmethode entsteht die Neovagina zwischen Darm und Blase durch Umstülpen der Penisschafthaut. Zusätzlich wird in der Regel ein Transplantat aus der Haut des Hodensackes gebildet und eingesetzt. Mit Hilfe dieser Technik erhält die Patientin eine möglichst tiefe und weite Neovagina, wodurch vermehrte Spannung sowohl auf die Neovagina, als auch auf Harnröhre, Klitoris und Schamhügel vermieden wird.

Wie viele Operationen sind im Ganzen erforderlich?

In den meisten Fällen finden zwei Operationen statt. Zunächst werden Schwellkörper und Hoden entfernt, die Neovagina gebildet, die Harnröhre verkürzt und aus der Eichel eine Neoklitoris angefertigt. Der bulbäre Harnröhrenanteil, der viele Drüsen enthält, bleibt erhalten und wird nach Eröffnung bis zur Neoklitoris gebracht, um eine spätere spontane Befeuchtung über diese Harnröhrendrüsen zu ermöglichen. Ferner verbleibt ein ca. 2 cm breiter Teil des inneren Vorhautblattes bzw. der Umgebung der Eichel gestielt an der Eichel bzw. der späteren Neoklitoris, um daraus die Innenflächen der kleinen Schamlippen zu bilden (sog. Chonburi-Flap). In der zweiten Operation werden die Schamlippen beschönigt, der Scheideneingang vergrößert und ggf. der Schamhügel aufgebaut.

Wie lange befindet man sich nach der MzF OP im Krankenhaus?

Für die erste Operation bleiben Sie ungefähr zwei Wochen im Krankenhaus und bei der Zweiten nur noch eine Woche.

Welche Zeit sollte zwischen den Operationen vergehen?

Aufgrund der Wundheilung sollten 3 – 6 Monate zwischen den Eingriffen liegen.

Nach welcher Methode erfolgt die Bildung der Klitoris?

Die etwas verkleinerte Eichel wird oberhalb der neu geschaffenen Vaginalöffnung verlegt, um zukünftig als Klitoris zu fungieren. Dabei wird diese komplett am Gefäß-Nerven-Bündel erhalten, was für eine spätere Orgasmusfähigkeit sorgt. Der sog. Chonburi-Flap (siehe unter 2.) dient hierbei zur Bildung der inneren, haarfreien Schamlippen, die die Neoklitoris umhüllen.

Wird ein Stent platziert?

Während des ersten Eingriffs, unter anderem der Neovaginabildung, wird ein Stent, ein beschichteter Platzhalter aus Schaumstoff, eingesetzt. Schon wenige Tage nach der Operation wird dieser wieder entnommen.

Ab welchem Zeitpunkt kann mit der Dehnung der Neovagina begonnen werden?

Bereits nach ungefähr zwei Wochen nach der ersten Operation wird die Neovagina mit medizinischen Dilatatoren, ähnlich den Dildos und Vibratoren, allmählich gedehnt.

Wie häufig sollte ich die Neovagina dehnen?

Wir empfehlen:
Woche 2-6: 3 mal täglich
Woche 7-9: 2 mal täglich
Woche 10-12: 1 mal täglich
Ab Woche 13: Dilatation oder Geschlechtsverkehr ein bis zweimal die Woche für den Rest des Lebens.

Wie sieht ein medizinischer Dilatator aus?

Ein Dilatator hat eine kerzenähnliche Form und ist in verschiedenen Größen vorhanden. Man sollte stets den größtmöglichen aber noch angenehm einführbaren Dilatator verwenden. Sie können jede Art von medizinischen Dilatatoren, Dildos oder Vibratoren benutzen, solange sie angenehm in die Neovagina einführbar sind, keine Schmerzen verursachen und das Gewebe nicht verletzen.

Sollten Haare im Genitalbereich vor der Operation dauerhaft entfernt werden?

Je nach Stärke der Behaarung ist eine dauerhafte Enthaarung manchmal sinnvoll. In der Sprechstunde können Sie dies individuell klären.

Muss ich meine Neovagina duschen?

Eine Woche nach der Operation empfehlen wir die Neovagina jeden zweiten Tag für mindestens drei Wochen durchzuspülen. Anschließend sind nur noch ein bis zwei Mal die Woche nötig, um die Neovagina frisch und frei von Bakterien zu halten.