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Geschlechtsangleichende Operation - Fortgeschrittene Interdisziplinarität

So weit verbreitet und notwendig interdisziplinäre Behandlungen, also Therapien, bei denen sich die einzelnen Fachdisziplinen überschneiden, sind, gibt es doch nur wenige Bereiche in der Medizin, in der standardmäßig eine so große Bandbreite an verschiedenen Spezialisten zusammenarbeitet, wie bei der Durchführung von geschlechtsangleichenden Operationen. Und so viele unterschiedliche Bereiche es auch sein mögen, so ist trotzdem jeder einzelne unerlässlich und ohne ihn wäre die Durchführung einer korrekten Behandlung nicht vorstellbar.

Behandlungsstationen einer geschlechtsangleichenden Operation

Angefangen bei der Disziplin der Psychotherapie, die in Deutschland jeder geschlechtsangleichenden Operation vorangehen muss. Diese markiert die Erste von vielen Stationen auf dem Weg. Klassischerweise folgt auf die Psychotherapie und die Bestätigung einer vorliegenden Gender Incongruence meist die Hormonbehandlung. Diese wird unter der Leitung eines Endokrinologen begonnen und durchgeführt. Die Disziplin der Endokrinologie befasst sich unter anderem mit den Hormonen des Körpers und ist daher für einen erfolgreichen Therapieverlauf nicht wegzudenken. Wurden die Patienten nun korrekt endokrinologisch eingestellt, erfolgt häufig nach einiger Zeit, in der die Hormone arbeiten konnten und den Körper verändert haben, die Entscheidung zur ersten Operation. Hier stehen vier chirurgische Disziplinen im Vordergrund: Die Urologie, die Gynäkologie, die plastische Chirurgie und die Gefäßchirurgie. Jede von ihnen ist aus dem Ablauf der geschlechtsangleichenden Operationen nicht wegzudenken.

Die Rolle der Gefäßchirurgie bei geschlechtsangleichenden Operationen

Der Gefäßchirurgie ist zu verdanken, dass überhaupt Phalloplastiken möglich sind. Die Ärzte dieser mikrochirurgischen Disziplin schaffen es, mithilfe von modernen Mikroskopen einzelne Gefäße zu finden, zu erhalten und neu zu verbinden. Dadurch können feinste Strukturen im Körper erhalten und die Blutversorgung des Penoids gewährleistet werden. Eine Phalloplastik ohne Gefäßchirurgen ist nicht vorstellbar.

Die Rolle der plastischen Chirurgie bei geschlechtsangleichenden Operationen

Die plastische Chirurgie hat großen Anteil an den optischen Resultaten und ist besonders für das persönliche Wohlbefinden der Patienten sehr wichtig. Ob Mastektomien, also operative Entfernungen des weiblichen Brustgewebes, eventueller Brustaufbau, oder plastische und kosmetische Veränderungen im Gesicht, wie Veränderungen des Kiefers, der Wangenknochen oder der Augenwülste. Die moderne plastische Chirurgie leistet mit ihren Möglichkeiten einen wichtigen Beitrag zum optischen Ergebnis. Speziell die Bandbreite der individuellen Möglichkeiten, die den Patienten hier offenstehen, zeichnen die plastische Chirurgie in diesem Gebiet aus.

Leistungen der Gynäkologie und Urologie bei geschlechtsangleichenden Operationen

Doch ohne die Gynäkologie und Urologie geht in diesem Feld der Medizin natürlich nichts. Die beiden Disziplinen gehen bei der Urogenitalchirurgie Hand in Hand, überschneiden sich teils und ermöglichen die exzellenten Ergebnisse, die heutzutage möglich sind. Die Gynäkologie befasst sich hauptsächlich mit den ersten Operationen bei der geschlechtsangleichenden Operation zum Mann. Die Hysterektomie, also Entfernung der Gebärmutter, die in vielen Fällen durchgeführt wird, ist neben der Adnexektomie, der Entfernung der Tuben und Eierstöcke, die meist in der gleichen Sitzung durchgeführt wird, ein klassischer gynäkologischer Eingriff, wie zum Beispiel auch der durchgeführte, Verschluss der Vagina. Zudem spielen Ärzte der Gynäkologie eine wichtige Rolle in der Nachsorge für Neovaginas. Die Übergänge zur Disziplin der Urologie sind fließend. Nach der Hysterektomie folgt häufig in derselben Sitzung der Aufbau eines Klitorispenoids, kurz Klitpen genannt, der Basis für den dann häufig folgenden Aufbau der Phalloplastik. Dieser wird dann bereits häufig von Urologen in Zusammenarbeit mit Gefäßchirurgen durchgeführt. Die urologischen Chirurgen sind meist zuständig für die große geschlechtsangleichende Operation von Mann zu Frau. Bei diesem komplizierten Eingriff sind es die erfahrenen Urologen, die in der Lage sind, die relevanten Strukturen zu erhalten und in der neu geschaffenen Neovagina zu integrieren. Auch sind es meist Urologen, die die Erektionsprothesen in den Penis einbauen.

Im Anschluss an die rein optischen Veränderungen kommen häufig zahlreiche andere Disziplinen zum Einsatz. Verhaltenstherapeuten oder Otolaryngologen zum Beispiel, die bei der Anpassung der Stimme helfen.

All diese Behandlungen und Kontrollen aus den verschiedenen Disziplinen machen geschlechtsangleichende Behandlungen zu absoluten Spitzenreitern der Interdisziplinarität.